Der Stuck droht zu stürzen

Den genauer Grund für die Ablösung der Stuckdecke von der Lattenkonstruktion kann Pfarrer Schwarz nicht benennen: "Auf jeden Fall zieht sich ein großer Riss über die ganze Decke des Kirchenschiffs." Wie der gekittet und die Decke wieder befestigt werden kann, untersuchen derzeit verschiedene Experten. Für Pfarrer Thomas Schwarz sind vor allem zwei Dinge wichtig: "Wir wollen auf keinen Fall, dass etwas passiert. Deshalb wurde die Kirche auch geschlossen. Und es geht darum, das Gemälde auf der Stuckdecke zu retten." Es stammt, ebenso wie die Kirche, aus dem Jahr 1760 und zeigt die Beauftragung von Petrus.

Bemerkt hatte das drohende Unheil niemand. Vor 30 Jahren fand die letzte Innenrenovierung der Kirche statt, vor wenigen Jahren wurde außen saniert. Angedacht war, in den nächsten Jahren wieder eine Innensanierung in Angriff zu nehmen. "Aber eine kleine Pfarrei wie wir schüttelt das Geld nicht einfach aus dem Ärmel. Vernachlässigt wurde der Zustand der Kirche aber auf keinen Fall", betont Schwarz. Die marode Decke sei eine Überraschung für alle Verantwortlichen gewesen.

Die nun fälligen Bauarbeiten stellen die Pfarrgemeinde vor eine finanzielle Herausforderung: Sie bekommt nicht etwa Sonderzuwendungen, weil es sich um eine Notsanierung handelt, sondern erhält – wie bei Kirchensanierung üblich – einen 25-prozentigen Zuschuss von der Erzdiözese, außerdem fließe Geld vom Denkmalamt, so Schwarz. "Den Rest aber müssen wir tragen", sagt er. Wie hoch die Kosten für die Instandsetzung der Decke sein werden, ist unklar. Keiner der Experten habe dazu bislang Angaben machen können.

Gesichert ist aber, wie und wo die Gottesdienste nun stattfinden werden. Der Chorraum, der nicht betroffen ist, soll mit Stühlen ausgestattet und für Werktagsgottesdienste, Rosenkranzgebete und Andachten genutzt werden. "Da finden zwischen 20 und 30 Menschen Platz", sagt Schwarz. Das Kirchenschiff wird abgesperrt, der Zugang zum Chor erfolgt über die Sakristei. Für die großen Sonntagsgottesdienste müssen die Katholiken aus Neuershausen ihr Dorf allerdings verlassen: Diese Messen werden in der Pfarrkirche in Buchheim gefeiert. Das erste Mal wird das, so Pfarrer Thomas Schwarz, am 21. August der Fall sein. Da Schwarz für alle Marcher Pfarreien zuständig ist, war es kein Problem eine Ausweichkirche zu finden. Dennoch hoffen er und die Gläubigen der Pfarrgemeinde St. Vinzentius, bald wieder in ihrer Kirche Gottesdienst feiern zu können.

Da ist der Riss: Pfarrer Thomas Schwarz zeigt auf die Schwachstellen der Stuckdecke in der Pfarrkirche St. Vinzentius. Foto: Tanja Bury

 


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