Entstuckung

Aus Stuck-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Entstuckung (zuweilen auch Abstuckung) ist die vorsätzliche Beseitigung von Stuckornamenten an Gebäuden. Von etwa 1920 bis 1975 wurde, vorwiegend in Deutschland, vor allem von Fassaden und in Innenräumen aus der Gründerzeit der als häßlich und "lügnerisch" empfundene Gipsstuck-Dekor abgeschlagen. Fassaden oder Zimmerdecken wurden anschließend meist glatt verputzt.


Ende der Entstuckung seit den 1960er Jahren Seit den frühen 1960er Jahren begann sich Kritik gegen die Entstuckung zu regen. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Erscheinen des polemischen Bildbandes "Die gemordete Stadt" des Publizisten Wolf Jobst Siedler und der Fotografin Elisabeth Niggemeyer im Jahr 1964 zu. Die Kritik an der Entstuckung stützte sich zunächst auf die Neubewertung der Leistungen des Historismus auf dem Gebiet der Architektur. Darüber hinaus wurde bemängelt, dass Gebäude, welche einmal mit einer Stuckfassade erbaut worden sind, infolge der Entstuckung ihre historische Authentizität verlören, d.h. sie sind danach nicht mehr ohne weiteres als Gebäude einer bestimmten architektonischen Epoche erkennbar. Aus diesem Grunde werden entstuckte Häuser wegen ihrer glatten Putzfassaden von Laien häufig irrtümlicherweise den 1950er Jahren zugeordnet. Seit den 1970er Jahren wurde die Gründerzeit zunehmend von der Denkmalpflege, aber auch in der breiten Öffentlichkeit wieder entdeckt. In der Folge wurde die Entstuckung vielerorts untersagt und in Einzelfällen wurden sogar entstuckte Fassaden wieder rekonstruiert.