Hartstuckputz

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Der Hartstuckputz

Der Hartstuckputz besitzt gegenüber dem gewöhnlichen Gipsglättputz den Vorzug, dass er eine wesentlich höhere Festigkeit erlangt und sich besonders dort zur Anwendung eignet, wo auf eine gute Stoßfestigkeit besonderer Wert gelegt wird. Bei dieser Putzart wird sowohl der Unter-(Rauh-)Putz als auch der Ober-(Fein-)Putz in Gipsmörtel ausgeführt.

Der Unterputz wird nach Putzlehren hergestellt und besteht aus einem Gipssandmörtel von 1 Raumteil Stuck- oder Modellgips und 1 Raumteil reinem, scharfem Sand, dem zur Verzögerung Leimwasser (auf 1 L Wasser 100 g Lederleim) in starkem Maße zugesetzt wird.

Zur Verzögerung kann auch aufgekochtes Dextrin oder Poli-cosal benützt werden, doch hat sich Lederleim bisher am besten bewährt. Auch Knochen-, Fischleim oder Leimgallerte üben nicht die gewünschte Wirkung aus.

Der Gipsmörtel wird ziemlich stark angemacht, so dass eine kellengerechte Masse entsteht. Der Feinputzauftrag erfolgt in reinem, verzögertem Gipsmörtel in einer Stärke von etwa 3 mm und wird wie üblich geglättet.

Ein Hartstuckputz ohne den oben angegebenen Leimzusatz lässt sich bei Verwendung von Spezialformgips (Hartformgips), wie er zur Herstellung der Ziegelpressformen benützt wird, herstellen. Dieser Gips erlangt durch seine besondere Herstellung eine wesentlich größere Härte als gewöhnlicher Stuckgips.