Raumgestaltung

Aus Stuck-Wiki
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Der Stuck ist schon seit etlichen Jahrtausenden ein beliebtes Mittel für die Raumgestaltung. Die Wurzel des Wortes Stuck kommt zwar aus dem italienischen, Stucco, stucco lustro, scagliola sind Begriffe die man vor allem mit der Blütezeit des Stucks im Rokoko verbindet. Aber die Geschichte des Stucks geht viel weiter zurück und reicht bis in die Zeit des alten Ägyptens.

Die Verwendung von Stuck war gerade bei den Architekten zu Beginn des letzten Jahrhunderts eher als Spielerei verpönt. Man suchte klare und puristische Formen, derzeit erlebt der Stuck eine Renaissance. Zwar sehen die mit Stuck gestalteten Elemente spektakulär aus, aber der Werkstoff selber besteht lediglich aus Gips, Sand und Wasser und ist von daher sehr preiswert. Dies ist auch ein Grund warum Künstler und Bildhauer den Stuck über Jahrtausende so gerne genutzt haben.

Die Anfänge des Stucks finden sich im alten Ägypten. Die Bildhauer überzogen ihre aus Kalkstein bestehenden Skulpturen gerne mit einer feinen Stuckschicht, die besser bemalt werden konnte. Diese Technik wurde auch von den Griechen und Römern weiter genutzt. Die Blütezeit des Stucks findet sich in Deutschland im 17 und 18 Jahrhundert, besonders während des Rokoko. Heute greifen Bauherren und Architekten wieder vermehrt auf die Gestaltungsmöglichkeiten des Stucks zurück, die fast unbegrenzt sind. Dabei kommen sowohl die üblichen Übergänge von Decke und Wand zur Ausführung wie auch die Gestaltung von Türumrahmungen oder anderen Wandgestaltungen.

Die Herstellung des Stucks in seiner ursprünglichen Form ist den Stuckateuren überlassen. Jeder Stuckateur hat dabei eigenen Methoden den Stuck ziehen zu lassen. Es geht dabei nicht nur darum Gips und Wasser im richtigen Verhältnis zu mischen, sondern auch um Zusätze die es ermöglichen den Stuck möglichst lange verarbeiten zu können. Stuckateure mischen dazu unter das Gemisch von Gips und Wasser, Leimwasser, Milch, gegorenen Traubensaft, Bier oder Zucker. Selbst Wein wurde bei der Analyse von Stuck aus Kirchen schon gefunden.

Die traditionelle Herstellung von Stuck ist sehr aufwendig und teuer. Zudem findet man in Deutschland nur noch wenige Stuckateure die wirklich die alten Techniken kennen. Anders sieht es in Osteuropa aus, gerad in Polen gibt es noch sehr gute Stuckateure.

Bei uns finden heute vor allem auch aus Kostengründen vermehrt Stuckprofile Verwendung, die aus klassischem Stuckgips oder glasfaserverstärktem Gips bestehen und in den unterschiedlichsten Formen und Ausführungen auf dem Markt erhältlich sind. Daneben findet man auch vermehrt Profile aus Kunststoff die sich sogar im Außenbereich einsetzten lassen.

Bei der Oberflächengestaltung des Stucks, hat man die freie Wahl. Die klassische weiße Form ist immer noch sehr beliebt, aber bereits in der Antike wurde der Stuck farbig angemalt. Auch marmorierte oder vergoldetet Oberflächen sollten kein Tabu sein und geben dem Stuck einen morbiden Charme einer gealterten Oberfläche