Stuck selbst reparieren

Über die Jahre oder Jahrzehnte ist Stuck oft mehrfach überstrichen worden. Diese Farbschichten müssen entfernt werden, um die unscharf gewordenen Ornamente wieder freizulegen und die alten Konturen sichtbar zu machen. «Das ist allerdings eine Sisyphosarbeit, für die ein Heimwerker sehr viel Feingefühl und Geduld mitbringen muss, um die Form des Stucks nicht zu zerstören», sagt Schweizer.

Vor dem Abtragen sollten Heimwerker zunächst herausfinden, um welches Material es sich bei der Oberflächenschicht handelt. «Der erste Schritt ist dabei die sogenannte Benetzungsprobe», erklärt Josef Neundörfer, Stuckateurmeister aus Litzendorf bei Bamberg. Dazu wird einfach etwas Wasser darauf gesprüht. Handelt es sich um Kalkfarbe, zieht das Wasser ein. Bei Dispersionsfarbe bleibt es darauf stehen.

Für das Abtragen selbst gibt es mehrere Möglichkeiten: «Abhängig von der Oberfläche kann man mit dem geeigneten Werkzeug beispielsweise vorsichtig die Schichten abkratzen», sagt Neundörfer. «Oder man kann toxisch neutrale Abbeizprodukte auftragen.» Nach 8 bis 16 Stunden lässt sich die alte Farbe dann mit weichen Pinseln, Spachteln oder Bürsten entfernen. Wer hingegen selbst seinen Stuck streichen will, verwendet besser abwaschbare Mineralfarben.

Manchmal fehlen Teile des Stucks, beispielsweise aufgrund früherer Renovierungsarbeiten. «In diesem Fall sollten die entsprechenden Stücke von einem Stuckateur ergänzt werden», rät Heide. «Weil die exakten Nachbildungen der alten Ornamente kaum im Handel zu bekommen sind, müssen sie anhand individuell gezeichneter Schablonen oder mit Silikonnegativformen angefertigt werden.»

Eine andere Möglichkeit ist, die rudimentären Überbleibsel ganz zu entfernen und durch neuen Stuck nach eigenen Vorstellungen zu ersetzen - zumindest, wenn der alte keinen historischen Wert hat. Eine Alternative zum Gipsstuck sind Styroporverzierungen. Davon würde Neundörfer aber die Finger lassen: «Es handelt sich dabei nur um eine Attrappe, die Stilbruch ist und zudem keinerlei Vorteile bringt.» Styropor sei außerdem anfälliger für Löcher oder Druckstellen, vergilbe mit der Zeit und bei einem Brand entstehen toxische Dämpfe.


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