Gotik

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Die Gotik ist eine Strömung der europäischen Architektur und Kunst des Mittelalters. Sie entstand um 1140 in der Île-de-France (Gegend um Paris) und währte nördlich der Alpen bis etwa 1500. Der zuvor vorherrschende Bau- und Kunststil ist als Romanik, der nachfolgende als Renaissance bekannt. Der gotische Stil ist nur in der Architektur genau abzugrenzen, während dies auf den Gebieten der Plastik und Malerei nicht in gleicher Klarheit möglich ist.

Magdeburger Dom

Die gotische Architektur breitete sich in Deutschland erst mit einiger Verzögerung aus. Teilweise muss man auch von einem „Übergangsstil“ zwischen Romanik und Gotik sprechen, z.B. bei den Domen von Limburg a.d. Lahn und Bamberg. Besonders am Magdeburger Dom, der 1209 als erster gotischer Bau in Deutschland entstand, sind die Übergänge vom romanischen zum gotischen Baustil erkennbar, womit eine nahezu einzigartige Überlieferung dieses Umbruchs erhalten geblieben ist. Das Erscheinungsbild ähnelt hier zumeist noch den wuchtigen, romanischen Kirchen; einzelne Gebäudeteile weisen jedoch schon gotische Tendenzen auf. Die lokalen spätromanischen Bautraditionen wurden meist nur sehr zögerlich durch die westlichen Neuerungen verdrängt.

Elisabethkirche in Marburg

Die ersten rein gotischen Kirchenbauten auf heutigem deutschen Staatsgebiet waren ab ca. 1230 die Liebfrauenkirche in Trier und die Elisabethkirche in Marburg. Das konkurrierende Halberstädter Domkapitel begann seinerseits mit dem Bau einer hochgotischen Kathedrale (Dom zu Halberstadt) nach Reimser Vorbild, von der allerdings nur drei Langhausjoche realisiert werden konnten, der übrige Bau zog sich bis gegen 1500 hin. Die große Domkirche ist einer der wenigen im Mittelalter vollendeten Großbauten Europas, sie gilt vielen Kunsthistorikern als die beste „deutsche“ Umsetzung des französischen Kathedralschemas.