Romanik

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Der Begriff Romanik (auch: romanischer Stil, vorgotischer Stil, lombardischer Stil) beschreibt eine kunstgeschichtliche Epoche in der Zeit zwischen etwa 1000 und 1200 nach Christus, deren Stilprinzipien jedoch in manchen Gebieten bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts beibehalten werden. Die Romanik ist die erste große europäische Kunstepoche seit dem Ende der Antike mit dem Untergang Roms im 6. Jahrhundert.

Typisch für die romanische Baukunst sind Rundbögen, dicke, festungsartige Mauern (besonders im Westwerk) mit kleinen Fenstern sowie Würfelkapitelle auf den Säulen. In frühromanischer Zeit finden sich flache Kassettendecken, später dann Kreuzgratgewölbe. Der romanische Kirchenbau wird bestimmt durch die Einführung der Überwölbung großer Raumweiten. Die künstlerischen Erzeugnisse sind bis auf Buchmalerei und Plastik weitgehend der Zeit zum Opfer gefallen. Werke der Romanik zeichnen sich vor allem durch einen geringen Naturalismus und hohen Symbolismus aus.

Neuromanik

Romanische Bauwerke (insbesondere Kirchen) wurden um 1850 gerne nachgebaut bzw. stilrein erneuert (Dom zu Speyer); dabei wurden oftmals originale Barockausstattungen beseitigt (z. B. St. Michael in Hildesheim). Diesen Baustil nennt man neuromanisch (siehe auch Historismus).

Romanische Säulen

Romanische Säulen

Romanische Säulen haben eine Basis, die eine quadratische Grundfläche besitzt und nach oben in eine kreisförmige Oberseite überführt wird. Der Schaft ist oft spiralförmig oder mit Rautenmustern verziert.

In romanischen Säulenreihen wird oft Wert darauf gelegt, dass jede Säule und jedes Kapitell individuell gestaltet sind. Das Kapitell romanischer Säulen ist wie die Basis würfelförmig, wobei die unteren Kanten abgerundet sind, um an den kreisrunden Querschnitt der Säule anzuschließen. Romanische Kapitelle sind oft mit Figuren oder Blattwerk geschmückt. Romanische Kreuzgänge oder Kolonnaden haben oft Doppelreihen von Säulen.

Eine besonders wertvolle und äußerst seltene romanische Säulenform stellen die Bestiensäulen dar. Das einzige in Deutschland erhaltene Beispiel ist die Bestiensäule in der Hallenkrypta des Freisinger Doms.